Candide oder der Optimismus nach Voltaire
Musikalische Lesung mit Peter Lohmeyer und Daniel Heide
Musikalische Lesung mit Peter Lohmeyer und Daniel Heide
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Geschichte
Voltaire, der große Philosoph, unerbittliche Spötter und brillante Geist der Aufklärung, war ein großer Verehrer Ciceros. „Vom rechten Handeln“ hielt er für die beste Abhandlung über die menschlichen Pflichten. Er schätzte den antiken Redner als Gegner des Despotismus. Wie kann man Glück und Liebe in einer Welt voller Bosheit, Grausamkeit und Ungerechtigkeit finden? Voltaires naiver Held Candide wird aus dem westfälischen Heimatschloss verbannt, eine Vertreibung aus jenem Paradies, das nach der Leibnizschen Theorie „die beste aller Welten“ zu sein scheint. Auf seiner irrwitzigen Reise stolpert er von einer Katastrophe in die nächste, und der Optimismus seines Begleiters Pangloss wird mehr und mehr der Lächerlichkeit preisgegeben. „Unsere Kriege morden mehr Menschen als die Erdbeben vernichten“, schreibt Voltaire – es ist eben nicht alles gut, so wie es ist. Der Autor erinnert daran, eben nicht alles Übel der Welt hinzunehmen und umzudeuten in das Beste, das passieren könne, sondern die Realität mit offenen Augen und wachem Sinn zu betrachten und ihr ohne Illusionen entgegenzutreten, dabei bedenkend, dass immer auch die Möglichkeit besteht, sie durch Toleranz und Menschlichkeit ein wenig besser zu machen. Wie es Voltaire gelingt, mit so viel Esprit und guter Laune über das Elend der Welt zu schreiben, ist in der Lesung von Peter Lohmeyer mit Komik und bitterem Witz zu hören.
Leonard Bernstein hat „Candide“ als Komische Oper 1956 vertont, in dem Libretto sagt Candide zum Schluss an Pangloss gerichtet: „Du bist ein Narr – Ich habe es selbst erfahren, die Welt ist schrecklich. Ideologien und Glaubenssätze können uns nicht helfen. Wir können nur arbeiten, unseren eigenen Garten bestellen.“
Peter Lohmeyer, geboren als Pfarrerssohn, ist im Ruhrgebiet aufgewachsen. Nach der Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum hat er sich im Doppelpass zwischen Theater und Film über die Jahre in die erste Liga der deutschsprachigen Schauspielkunst geschossen. Trotz mehrerer Filmpreise hat er es geschafft, immer den Ball flach zu halten und in der schönen Hafenstadt Hamburg seine Heimat gefunden. Sein Kollege Joachim Król hat mal auf die Frage geantwortet, was er an Peter Lohmeyer am meisten schätze: „seine Leidensfähigkeit“. So lebt Lohmeyer, nach eigener Aussage, glücklich und zufrieden nach der Devise: „Wir sind viel zu sehr damit beschäftigt, Fehler zu vermeiden, anstatt sie zu machen!“ So widmet er sich seit über zehn Jahren mit Ausstellungen in Salzburg, Wien, Hamburg, Köln und Dresden auch der bildenden Kunst.
Mitwirkende
Besetzung
- LesungPeter Lohmeyer
- KlavierDaniel Heide



