Premiere
  • Musik und Gesangstexte von Tom Waits | Regie und Stage Design der Originalproduktion von Robert Wilson | Original-Orchestration von Tom Waits und Greg Cohen | Buch von William S. Burroughs | Dramaturgie von Wolfgang Wiens
  • Geschichte

    Es könnte alles so schön sein: Die Försterstochter Käthchen und der Amtsschreiber Wilhelm lieben sich und wollen heiraten. Doch Käthchen muss, so will es die Tradition, einen Jäger zum Mann nehmen. Robert, der Kandidat, den ihre Eltern ausersehen haben, widert sie nur an. Also bleibt dem armen Wilhelm nichts übrig, als Schießen zu lernen. Als er merkt, dass er es in dieser Kunst nie weit bringen wird, schließt er in seiner Verzweiflung einen Pakt mit dem Teufel. Und tatsächlich: Wilhelm trifft auf einmal unweigerlich ins Schwarze. Die letzte Kugel aber lenkt nicht Wilhelm selbst …

    Auch wenn er inzwischen in die Ewigen Jagdgründe eingegangen ist, lebt Ur-Beatnik William S. Burroughs in den Herzen und Köpfen seiner Fans weiter und hat dank der atmosphärisch-dichten „Black Rider“-Story auch die Bretter, die die Welt bedeuten, erobert. Die alte Volkslegende, die ihm als Vorlage diente, hat schon Carl Maria von Weber zu seinem „Freischütz“ inspiriert. Burroughs’ Figuren wirken mal traumverloren, mal wie im Drogenrausch, sie verstricken sich im Gespinst aus Behauptung, Lüge und Hybris. Tom Waits schrieb dazu eine Musik, die wunderbar schräg und doch poetisch ist, die Songs sind mal folkig, mal rockig, und immer wieder grüßt das Vaudeville. In den schönsten Momenten – wie etwa in der berühmten Ballade „The Briar and the Rose“ – eröffnet uns Waits einen Blick in die tiefsten Tiefen der menschlichen Seele mit ihren unerfüllten Sehnsüchten.

    Setzte Robert Wilson in seiner Uraufführungsinszenierung 1990 am Hamburger Thalia Theater auf eine starke Stilisierung, die die Schauspieler*innen wie Puppen wirken ließ, so geht die renommierte Puppentheater-Regisseurin Astrid Griesbach den umgekehrten Weg: Die Puppen des MiR-Puppentheaters werden bei ihr zu den heimlichen Drahtziehern des diabolischen Geschehens und machen den menschlichen Darstellern so richtig die Hölle heiß.

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    Das MiR Puppentheater Gelsenkirchen wird gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und das NRW KULTURsekretariat und ist eine Kooperation mit der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin.