Hin und zurück-4197fb
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  • Text von Marcellus Schiffer
  • Geschichte

    Ein Ehedrama in zwölf Minuten – mit „Hin und zurück“ hat Paul Hindemith eine der kürzesten Opern aller Zeiten geschrieben. Der Clou daran: Ab der Mitte des Stückes läuft die Handlung – wie auch die Musik – genau rückwärts und endet am Ausgangspunkt. Und die Handlung ist naturgemäß rasch erzählt: Ein Mann fängt den Brief eines Liebhabers an seine Ehefrau ab und ermordet diese kurzerhand. Aus Reue über die Tat bringt er sich anschließend selbst um. Plötzlich ertönt eine geheimnisvolle Stimme: die Zeit sei nichts im Angesicht der Ewigkeit, zwischen vorher und nachher bestehe kein Unterschied. Und plötzlich beginnt alles von vorn …

    In den experimentierfreudigen 1920er Jahren entstanden, hat sich Hindemiths Opern-Sketch bis heute seine Frische bewahrt. Mit der groß dimensionierten Opernform spätromantischen Zuschnitts wollen Hindemith und sein Textdichter Marcellus Schiffer nichts zu tun haben. Alltagstaugliche Texte und jazzige Einsprengsel unterstreichen die augenzwinkernd erzählte Story, die den traditionellen linearen Handlungsverlauf kurzerhand aushebelt.

    Regisseurin Tanyel Bakir betrachtet das turbulente Geschehen durch die Freud’sche Brille und entdeckt ganz neue tiefenpsychologische Schichten, die in Julieth Villadas Videografie ihre bildliche Entsprechung finden.

  • Mitwirkende
  • Video