Menschen

Puppenspiel

Sie gilt als Königsdisziplin und ist zugleich eine der ältesten Formen des Theaters: die Puppenspielkunst. Das Etablieren einer festen Puppentheater sparte am MiR ab der Spielzeit 19.20 ist ein Novum an einem Opernhaus – eine Tatsache, auf die das MiR ganz besonders stolz ist! „Puppentheater“ ist dabei nur ein Oberbegriff für einen ganzen Kosmos an Ausdrucks- und Erscheinungsformen und schließt sowohl Figuren-, als auch Objekttheater ein. Während es in Ostdeutschland – als Reaktion auf den Missbrauch zu Propagandazwecken durch das „Dritte Reich“ – ununterbrochen gepflegt wurde, führte das Puppentheater in Westdeutschland eher ein Schattendasein. Die Geschichte der Gattung lässt sich bis ins Altertum zurückzuverfolgen und hat eine überaus reiche Tradition. Die Spannbreite reicht vom klassischen Marionetten-, Klappmaul-, Stockpuppen- und Schattentheater bis hin zu heutigen hybriden Theaterformen, in denen sich auf spannende Weise Figur, Raum, digitale Medien und Darsteller immer wieder neu verbinden. Sprachbarrieren spielen bei dieser Kunstform eine vergleichsweise geringe Rolle. Puppen- und Figurenspiel wirkt unmittelbar, ist für jeden verständlich und zudem in der Lage, inklusiv zu arbeiten. Das Puppentheater steht auch für den Begriff der Diversität und schlägt Brücken zu anderen Kulturen. Umgekehrt kann es Wegbereiter für weitere Opernbesuche sein.